CGI PROZESS 6 min Lesezeit · Mai 2026

Wie ein CGI-Projekt abläuft: von CAD-Daten zu Produktvisualisierung und Kampagnen-Assets.

Viele Marken und Agenturen starten ein CGI-Projekt, ohne genau zu wissen, was zwischen Briefing, CAD-Daten und finalen Renderings eigentlich passiert. Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie ein professionelles Produktvisualisierungs-Projekt abläuft und worauf es bei Timing, Daten, Feedback und finaler Qualität wirklich ankommt.

Vor dem Projekt: Was du vorbereiten solltest

Ein CGI-Projekt läuft am besten, wenn die Ausgangsbasis sauber ist. Die häufigste Ursache für Verzögerungen ist nicht die 3D-Arbeit selbst, sondern fehlender Input, offene Entscheidungen oder späte Freigaben. Drei Dinge beschleunigen fast jedes Projekt deutlich:

Phase 1: Briefing und Alignment

Im Briefing wird festgelegt, was das CGI-Projekt tatsächlich leisten soll. Es geht nicht nur darum, dass ein paar Produktrenderings gebraucht werden, sondern um die konkreten Einsatzzwecke. Geht es um Packshots, Kampagnen-Assets, Motion oder alles zusammen? Für welche Plattformen werden die Inhalte benötigt? Welche Bildsprache ist gewünscht und wie eng ist die Timeline?

Ein gutes Briefing spart später die meisten Probleme. Je konkreter die Anforderungen am Anfang definiert sind, desto schneller kann die 3D-Produktion starten. Vage Aussagen wie „es soll premium aussehen“ führen fast immer zu mehr Korrekturen als klare Referenzen und eine sauber definierte Shot List.

Phase 2: 3D Modeling

In dieser Phase wird das Produkt für Rendering und Animation aufgebaut oder aufbereitet. Wenn CAD-Daten vorliegen, werden sie für die Visualisierung bereinigt und optimiert. Technische Daten sind oft nicht direkt renderfertig und enthalten unnötige Geometrie, offene Flächen oder Konstruktionsartefakte, die zuerst korrigiert werden müssen.

Wenn kein CAD vorhanden ist, wird das Produkt auf Basis von Referenzfotos, Zeichnungen und Maßangaben rekonstruiert. Dabei richtet sich der Detailgrad immer nach den späteren Shots. Ein Produkt für eine weite Szene braucht weniger Geometrie als ein Hero Shot oder Close-up, in dem Materialkanten, Logos und Oberflächendetails sichtbar werden.

Typische Laufzeit: 2 bis 5 Tage, abhängig von Produktkomplexität, Datenqualität und Shot-Anforderungen.

Phase 3: Look Development

Look Development ist der Schritt, in dem ein Produkt nicht nur korrekt modelliert, sondern visuell glaubwürdig wird. Hier entstehen Materialien, Reflexionen, Roughness, Transluzenz, Beschichtungen und alle Details, die dafür sorgen, dass Glas, Kunststoff, Metall oder Karton überzeugend wirken.

Gerade in der Produktvisualisierung entscheidet Lookdev darüber, ob ein Rendering hochwertig oder generisch aussieht. Ziel ist nicht einfach realistisch, sondern ein kontrollierter, markengerechter Look, der sich an echter Produktfotografie orientiert und trotzdem präzise auf das gewünschte Einsatzgebiet abgestimmt ist.

Typische Laufzeit: 1 bis 3 Tage, je nach Materialkomplexität und Produktart.

Phase 4: Beleuchtung und Staging

Licht ist einer der wichtigsten Faktoren in jedem CGI-Projekt. Selbst ein gut modelliertes Produkt wirkt falsch, wenn die Beleuchtung nicht stimmt. In dieser Phase werden Lichtcharakter, Kontrast, Reflektionen und Schatten so aufgebaut, dass das Produkt fotografisch glaubwürdig und gleichzeitig markengerecht wirkt.

Wenn statt reiner Packshots inszenierte Produktbilder oder Kampagnen-Assets entstehen, gehört auch das Set Design dazu. Dann werden Oberflächen, Hintergründe, Props und zusätzliche Elemente aufgebaut, die das Produkt visuell unterstützen, ohne vom eigentlichen Fokus abzulenken.

Phase 5: Kamera und Komposition

Kamerawinkel, Brennweite, Bildausschnitt und Tiefenschärfe entscheiden darüber, wie das Produkt wahrgenommen wird. In dieser Phase wird die Shot List konkret umgesetzt. Für Still Images bedeutet das vor allem präzise Komposition. Für Motion-Projekte kommen zusätzlich Kamerabewegung, Timing und Übergänge hinzu.

Gerade im Bereich hochwertiger Produktvisualisierung ist die Kamera kein technisches Detail, sondern Teil der Bildsprache. Ein Produkt kann mit derselben 3D-Datei sachlich, luxuriös, technisch oder emotional wirken. Der Unterschied entsteht über Komposition und Licht.

Phase 6: Preview-Renders und Feedback

Bevor finale Renderings gerechnet werden, entstehen Preview-Renders in reduzierter Auflösung. Sie sind schnell genug für saubere Abstimmung und detailliert genug, um Licht, Materialien, Perspektive und Bildwirkung zu beurteilen. In dieser Phase passieren die wichtigsten Korrekturen.

Damit ein CGI-Projekt effizient bleibt, sollte Feedback möglichst konkret und gebündelt kommen. Aussagen wie „die Reflexion auf der Kappe ist zu hart“ oder „der Winkel funktioniert auf Social besser als auf der Website“ helfen sofort weiter. Vages Feedback verlängert dagegen fast immer den Prozess.

Standardprojekte beinhalten in der Regel zwei Korrekturschleifen. Je klarer diese Phase geführt wird, desto stabiler wird die finale Produktion.

Phase 7: Finale Lieferung

Nach der Freigabe werden die finalen Renderings in der vereinbarten Auflösung und im abgestimmten Format geliefert. Typisch sind 4K-Dateien für Web, Kampagne oder Print sowie zusätzliche Seitenverhältnisse für Social Media, E-Commerce oder Paid Ads.

Bei Motion-Projekten umfasst die Lieferung die finalen Videodateien im vereinbarten Format und Codec, bei Bedarf auch verschiedene Zuschnitte für unterschiedliche Plattformen. Offene 3D-Dateien gehören in der Regel nicht zum Standard-Lieferumfang, können aber bei Bedarf separat lizenziert werden.

Wie ein sauberes CGI-Projekt aussieht

Die besten Ergebnisse entstehen fast immer unter denselben Bedingungen: Der Input kommt früh und vollständig, das Briefing ist konkret, Feedback wird gebündelt und Entscheidungen laufen nicht durch zu viele Zwischenstufen. Dann kann ein Produktvisualisierungs-Projekt schnell und sauber umgesetzt werden.

Je nach Umfang sind einfache Packshots oft in 7 bis 10 Werktagen realistisch. Komplexere Szenen, Kampagnen-Assets oder Motion-Projekte brauchen entsprechend mehr Abstimmung und Produktionszeit. Entscheidend ist nicht nur die 3D-Arbeit selbst, sondern ein klar geführter Prozess auf beiden Seiten.

Du planst ein CGI-Projekt für ein Produkt oder einen Launch?

Ich unterstütze Marken und Agenturen bei Produktvisualisierung, Packshots, Kampagnen-Assets und Motion. Wenn du bereits ein Briefing, CAD-Daten oder erste Referenzen hast, kann ich dir schnell einen realistischen Scope und eine passende Timeline einschätzen.

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